120 Jahre österreichische Sozialdemokratie: Die Bedeutung des Hainfelder Programms
Die politische Bedeutung des Hainfelder Programms analysiert Josef Falkinger.
|
|

Alan Woods, Ted Grant: Aufstand der Vernunft (Promedia 2002)
Die politische Bedeutung des Hainfelder Programms analysiert Josef Falkinger.
Vor 90 Jahren, im Jänner 1918, erschütterte eine gewaltige Streikbewegung die Habsburger-Monarchie. Die österreichischen ArbeiterInnen hatten sich am russischen Proletariat ein Beispiel genommen und wollte dem Krieg mit revolutionären Mitteln ein Ende setzen. Dieses Kapitel der Geschichte der österreichischen ArbeiterInnenbewegung wird selbst in diesem Gedenkjahr gefließentlich unter den Teppich gekehrt. Wir veröffentlichen hier den Text einer Broschüre über die Ereignisse im Jänner 1918.
Agnes Primocic war eine lebende Legende des antifaschistischen Widerstands in Österreichs. Die kommunistische Arbeiterin rettete durch ihr mutiges Auftreten KZ-Häftlinge vor der Erschießung und half dem oö. Widerstandskämpfer Sepp Plieseis beim Ausbruch aus dem KZ. Wir veröffentlichen hier einen Text über sie und ein Interview mit dieser bemerkenswerten Genossin.
SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer hat sich mit seiner Forderung durchgesetzt, SpitzengewerkschafterInnen in Zukunft aus den Reihen des SPÖ-Parlaments-Clubs zu verbannen. Was wie eine Antwort auf die ständigen Hiobsbotschaften im BAWAG-Skandal aussieht, stellt gleichzeitig eine konsequente Fortsetzung jenes Kurses dar, der die Sozialdemokratie zu einer "Allerweltspartei, jenseits von ArbeiterInnenklasse und Gewerkschaften machen soll.
In ihrer Ausgabe vom 14. Juni veröffentlichte "Die PRESSE, ein Interview mit SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer über den bevorstehenden Besuch von George W. Bush. Gusenbauer, der im Fall einer nach den nächsten Wahlen möglichen Großen Koalition unter Führung der ÖVP als Außenminister gehandelt wird, mimt dabei den "vernünftigen bürgerlichen Außenpolitiker". Eine kritische Analyse von Gusenbauers Ansichten.
Geschrieben vom KLB (IK) am 21.4.1945. KLB (IK) steht für "Karl Liebnkecht Bund (Internationale Kommunisten" und war damals die größte trotzkistische Organisation in Österreich.
Wer an Leo Trotzki denkt, der hat wahrscheinlich den Organisator der russischen Oktoberrevolution, den Gründer der Roten Armee im Kopf, oder den Verfasser grundlegender Schriften zum Kampf gegen den Faschismus in Deutschland und Spanien, zur Revolution in China oder den mit einem Eispickel ermordeten "Alten, in seinem letzten Exil in Mexiko. Nicht sonderlich bekannt ist aber Trotzkis Beziehung zu Österreich und seinen theoretischen Auseinandersetzungen mit der politischen Entwicklung in diesem Land.
Am 25. Juli jährt sich zum 70. Mal die Ermordung von Bundeskanzler Engelbert
Dollfuss durch die Nazis. Die Konservativen werden diesen Tag zur
Reinwaschung des austrofaschistischen Politikers und Arbeitermörders
missbrauchen. Wir wollen zu diesem Anlass einem jungen Arbeiter gedenken, der Tags zuvor von den Austrofaschisten hingerichtet worden war - Josef
Gerl.
<IMG alt="" hspace=0 src="http://www.derfunke.at/hpneu/titleimage/040330_karl_marx_hof.jpg" align=left border=0>In Dutzenden Veranstaltungen wird dieser Tage dem heldenhaften Aufstand von Teilen der sozialdemokratischen Bewegung am 12. Februar gedacht. Dabei werden die Festreden und die Choreographie der Gedenkveranstaltungen den kämpfenden GenossInnen vom Februar 1934 meist nicht gerecht.
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Vor 70 Jahren erlitt die österreichische ArbeiterInnenbewegung eine historische Niederlage. Sie wurde in einem spontanen Abwehrkampf, der nicht von der Sozialdemokratie als Ganzes sondern von den im Schutzbund konzentrierten oppositionellen Elementen, in allerletzter Minute geführt wurde, blutig besiegt. Der Februar 1934 ist aber nicht nur von historischem Interesse.
Am 3. und 4. Oktober vor 10 Jahren wurde in Moskau das Weiße Haus, das russische Parlament, beschossen. Hunderte von Menschen wurden getötet. Dies war die Entscheidung im Bürgerkrieg zwischen Präsident Jelzin und dem Parlament, das damals noch "höchster Sowjet" hieß. Heute vermeiden es die russischen Autoritäten tunlichst, über diese Ereignisse auch nur zu reden, und dies nicht nur, weil sie so blutig endeten, sondern vor allem deswegen, weil sie ein schiefes Licht auf das gesamte politische System in Russland werfen würden. Ebenso verhalten sich die westlichen Medien. Sie ziehen es vor die ganzen Ereignisse zu vergessen, weil sie nicht mit dem Bild der "friedlichen Umgestaltung in Osteuropa" zusammenpassen würden.
1. Mai-Feiern: Jetzt wird"s hell
Nach dem Scheitern der Ersten Internationale bestanden zwischen den Führungspersönlichkeiten der nationalen Arbeiterparteien nur lockere informelle Beziehungen. Dies änderte sich mit der Einberufung des Internationalen Arbeiterkongresses von Paris 1889. Der Pariser Kongress bildete mit seinen 400 Delegierten aus 21 Ländern den imposanten Startschuss zur Zweiten Internationale. Am Ende der Konferenz wurde von einem Delegierten der französischen Gewerkschaften eine Resolution mit dem Titel "Internationale Kundgebung zum 1. Mai 1890, eingebracht.
"...und wir werden ganze Arbeit leisten"
Am Gründungsparteitag der SDAP in Hainfeld 1884 gelang es, die zersplitterte österreichische Arbeiterbewegung, sich zu einigen. Gleichzeitig nahm die organisierte Arbeiterschaft den Marxismus als theoretische Anleitung ihres Kampfes an. Mit Hilfe der neuen revolutionären Massenpartei und einer bis 1913 anhaltenden Hochkonjunktur erkämpften die Arbeiter viele soziale und demokratische Reformen. Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach lag der Traum von einer grundsätzlichen Verbesserbarkeit der kapitalistischen Gesellschaft in Scherben.
Der Aufschwung der Arbeiterbewegung in den Jahren von 1867 bis 1870 legte die Basis für den Aufbau einer einheitlichen sozialdemokratischen Partei, in welcher sich die unzähligen Arbeitervereine zusammenschließen sollten. Diese Bestrebungen wurden von den Behörden der Habsburgermonarchie natürlich mit allen Mitteln bekämpft. Das größte Hindernis auf dem Weg zur Schaffung einer eigenen Partei der jungen Arbeiterklasse war jedoch die fehlende theoretische Klarheit in der Arbeiterbewegung selbst. Die folgenden zwei Jahrzehnte sollten deshalb auch durch einen beinharten Fraktionskampf in der österreichischen Arbeiterbewegung gekennzeichnet sein.