Freitag, 04. April 2003
Warum dieser Slogan?
In Zeiten, wo Kreuzzüge der Zivilisation gegen die Barbarei ausgerufen werden, wo die Parole "Jeder der nicht für uns ist, ist gegen uns" herrscht, gilt es kühlen Kopf zu bewahren und die herrschenden Slogans zu hinterfragen. Der islamische Fundamentalismus ist nicht die Antipode der liberalen Ordnung sondern sein Kind. Seinen Aufstieg verdankt er der andauernden Misere und Unterdrückung in den islamisch geprägten Regionen. Sein Antiamerikanismus ist Ausdruck des Antiimperialismus der Schwachen. Doch die religiösen Führer ritten nicht immer auf dieser Welle, tatsächlich wurden sie von ihrem heutigen Feind finanziell, logistisch und militärisch unterstützt und politisch hofiert - für den Kampf gegen den laizistischen Kommunismus, oder allgemeiner gesagt, als Waffe gegen die Arbeiterbewegung. Afghanistan und Pakistan ab 1978, Iran 1979, Türkei, Algerien, ehemalige Sowjetrepubliken ab den Neunzigern. Entweder waren es die korrupten Machteliten der betreffenden Länder selbst, die reaktionären Diktaturen am Golf, oder es waren die imperialistischen Länder, die die religiöse Fingerpuppe tanzen ließen. Was wir heute sehen, ist der Zauberlehrling in voller Aktion, und nun sollen dafür wieder die erniedrigten Menschen Zentralasiens bluten. Wir sagen daher ein klares Nein zu jeder militärischen Intervention durch die USA und ihre Verbündeten!